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Wichtige Hinweise

Bitte beachten Sie folgende Hinweise:

Wenn Sie das Arzneibuch anwenden wollen, sollten Sie vorher die Einleitung und die Allgemeinen Vorschriften lesen.

Wenn Sie eine Monographie des Arzneibuchs anwenden wollen, sollten Sie vorher feststellen, welche allgemeinen Monographien eventuell in Verbindung mit der individuellen Monographie gelten.

Die Richtlinie 2001/83 consolidated Version, Annex I, EG bestimmt: "Wenn jedoch ein im Europäischen Arzneibuch oder im Arzneibuch eines der Mitgliedstaaten aufgeführter Ausgangsstoff nach einer Methode zubereitet wurde, bei der möglicherweise Verunreinigungen zurückbleiben, die durch die Monographie dieses Arzneibuchs nicht abgedeckt sind, so muß auf diese Verunreinigungen hingewiesen und die zulässige Obergrenze angegeben werden; eine geeignete Prüfmethode ist zu beschreiben." Diese Forderung gilt auch für zugelassene Arzneimittel, weil auch dort der Fall auftreten kann, dass eine Monographie Verunreinigungen aus einer bestimmten Synthese nicht berücksichtigt. Die allgemeinen Vorschriften des Europäischen Arzneibuchs bestimmen deshalb: "Nicht alle möglichen Verunreinigungen können durch die Prüfungen aufgedeckt werden. Ist eine Verunreinigung aber nicht mit den vorgeschriebenen Prüfungen nachzuweisen, so darf nicht angenommen werden, dass sie toleriert werden kann, wenn gesunder Menschenverstand und Gute Pharmazeutische Praxis ihre Abwesenheit erfordern." Sie können deshalb die Anwendbarkeit einer Monographie nicht voraussetzen. Vor allem beim Wechsel des Lieferanten ist es wichtig, die Anwendbarkeit einer Monographie festzustellen, weil Stoffe oder Zubereitungen aus einer neuen Quelle neue Verunreinigungen enthalten können, die von der Monographie nicht kontrolliert werden.

Für Substanzen, die durch Fermentierung hergestellt werden, gilt die allgemeine Monographie "Fermentationsprodukte" in Verbindung mit den spezifischen Monographien zu den Substanzen. Beim Wechsel des Herstellers muß hier besonders bedacht werden, dass möglicherweise zusätzlich zu den in der Monographie vorgeschriebenen Prüfungen biologische Sicherheitsprüfungen erforderlich sein können. Dies sind insbesondere: 2.6.9 Prüfung auf anomale Toxizität, 2.6.10 Prüfung auf Histamin, 2.6.11 Prüfung auf blutdrucksenkende Substanzen. Diese Prüfungen sind in vielen Monographien nicht mehr vorgeschrieben, weil der Fermentationsprozess in Europa so gut beherrscht wird, dass diese Verunreinigungen nicht auftreten. Allerdings wurde noch im Jahr 2000 über 17 Todesfälle im Gefolge ungenügend gereinigten Gentamicins berichtet. Deshalb ist beim Wechsel des Herstellers eines Fermentationsprodukts die biologische Sicherheit besonders zu beachten.

Die allgemeine Monographie "Produkte mit dem Risiko der Übertragung von Erregern der spongiformen Enzephalopathie tierischen Ursprungs" implementiert die geänderte Richtlinie RL 1999/82/ EG "Spezielle Maßnahmen zur Verhütung der Übertragung spongiformer Enzephalopathien tierischen Ursprungs" (BAnz. Nr. 13, 20. Januar 2000, S. 835) im Europäischen Arzneibuch. Diese Richtlinie gilt damit in allen Mitgliedsstaaten des Übereinkommens zur Ausarbeitung eines Europäischen Arzneibuchs, sie gilt also auch in solchen Mitgliedsstaaten, die nicht Mitglied der EU sind.

Die allgemeine Monographie "Substanzen zur pharmazeutischen Anwendung" regelt unter anderem, dass neue Verunreinigungen, deren Gehalt einen bestimmten Grenzwert übersteigt, qualifiziert werden müssen. Sie implementiert auch die Note for Guidane on Impurities: Residual Solvents (CPMP/ ICH/283/95) im Euopäischen Arzneibuch. Diese Note for Guidance gilt damit in allen Mitgliedsstaaten des Übereinkommens zur Ausarbeitung eines Europäischen Arzneibuchs, sie gilt also auch in solchen Mitgliedsstaaten, die nicht Mitglied der EU sind.