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Erhöhte Serumkonzentrationen der Transaminasen durch Exanta® (Ximelagatran, Melagatran)

Erstellt: 01.12.2004
Aktualisiert: 01.12.2004

Im Juni diesen Jahres wurde der direkte Thrombinhemmer Exanta® mit den Wirkstoffen Ximelagatran/Melagatran für die Indikation der kurzzeitigen Thromboembolieprophylaxe (bis 11 Tage) nach elektivem Knie- und Hüftgelenkersatz europaweit außer in Großbritannien und Irland im Verfahren der gegenseitigen Anerkennung zugelassen. Ximelagatran ist Prodrug von Melagatran und wird oral verabreicht. Melagatran ist zur s.c. Injektion vorgesehen. Die Prophylaxe wird 4-8 Stunden nach Beendigung der Operation mit Melagatran begonnen. Sobald der Patient in der Lage ist, die orale Darreichungsform einzunehmen, wird sie mit Ximelagatran in einer Dosierung von zweimal täglich 24 mg bis maximal zum elften postoperativen Tag fortgesetzt.

Bei der kurzfristigen Anwendung von Ximelagatran in europäischen klinischen Studien vor der Zulassung des Arzneimittels wurden keine auffälligen unerwünschten hepatobiliären Wirkungen beobachtet. In zwei amerikanischen Studien jedoch, in denen Ximelagatran gegenüber Warfarin geprüft wurde (EXULT A; EXULT B), wurde eine Erhöhung der Alaninaminotransferasekonzentration (ALAT) im Serum in Follow-up-Untersuchungen 4-6 Wochen nach Beendigung der Therapie häufiger in der Ximelagatran- als in der Warfarin-Gruppe beobachtet (0,4% vs. 0,1%). Allerdings traten diese bei Patienten auf, die mit einer höheren als der aktuell zugelassenen Ximelagatrandosierung (2 x täglich 36 mg) behandelt worden waren. Einen weiteren Hinweis auf eine potenzielle hepatobiliäre Wirkung gaben Langzeitstudien an nichtchirurgischen Patienten. Die Ursachen sind bislang nicht geklärt.

Das BfArM macht hiermit auf die Möglichkeit einer leberschädigenden Wirkung bei höherer Dosierung bzw. längerer Anwendung von Melagatran/Ximelagatran als der aktuell zugelassenen aufmerksam. Zudem empfehlen wir, 4-6 Wochen nach Beendigung der Therapie mit Exanta®, eine zusätzliche Kontrolle der Leberfunktion durchzuführen. Bitte beachten Sie, dass die Anwendung von Ximelagatran bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen (ALAT > zweifach oberer Normwert) kontraindiziert ist.

Zur weiteren Bewertung des Risikos benötigen wir zusätzliche Informationen aus der Praxis und bitten daher Ärzte, die Patienten mit Exanta® behandeln, alle eventuell aufgetretenen unerwünschten Ereignisse so umfassend wie möglich zu dokumentieren und uns diese mitzuteilen.

Berichtsbögen können beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Kurt- Georg-Kiesinger-Allee 3, 53175 Bonn (Tel. 0228-20730, Fax 0228-207 5207), angefordert oder unter Datei ist nicht barrierefrei Meldebogen für unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) (Größe: 363 KB) abgerufen werden.

Warenzeichen: Exanta®


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