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Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte begrüßt aktuelles Gutachten des Wissenschaftsrates: „Gute Grundlage für eine weitere Stärkung der Patientensicherheit.“

Pressemitteilung 16/14

Pressemitteilung Nummer 16/14
Ausgabejahr 2014
Datum 27.10.2014

Der Wissenschaftsrat hat die wissenschaftliche Leistung und Struktur des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bewertet. Die Ergebnisse wurden jetzt veröffentlicht. Darin wird dem BfArM eine Spitzenstellung im Wettbewerb mit den europäischen Zulassungsbehörden bescheinigt.

Das Bundesinstitut erfülle seine Aufgaben auf nationaler und zunehmend auf europäischer Ebene sehr kompetent. Der Rat betonte, dass eigene Forschung unabdingbar sei, um diese Position auch künftig behaupten zu können. Besonders hervorgehoben wurde die Bedeutung von Forschung zur Sicherheit und Wirksamkeit von Arzneimitteln bzw. Leistungsfähigkeit von Medizinprodukten. Hierzu bearbeite das Bundesinstitut derzeit ein sehr breites Themenspektrum. Für einen Austausch mit den übrigen Abteilungen gebe es dabei noch zu wenig Berührungspunkte. Durch eine entsprechende Strategie müsse daher die Vernetzung zwischen der Forschung und allen anderen Abteilungen optimiert werden. Das BfArM hat hier durch die Ernennung der Leiterin der Forschungsabteilung, Prof. Dr. Julia Stingl, zur Vizepräsidentin bereits einen entscheidenden Schritt unternommen. Die Forschungsschwerpunkte werden sich zukünftig auf die Themen Pharmakovigilanz, Pharmakoepidemiologie und Pharmakogenetik sowie Klinische Implantatsicherheit ausrichten. Ziel ist es, die gesetzlichen Aufgaben des BfArM wissenschaftlich zu fundieren und die gesundheitliche Versorgung und Sicherheit der Bevölkerung weiter zu verbessern.

Das BfArM hat 2012 einen entsprechenden Forschungsbereich aufgebaut und ist eine der wenigen regulatorischen Behörden in Europa, die auf diesem Gebiet aktiv sind. Es habe seither eine deutliche Zunahme wettbewerblich eingeworbener Drittmittel, Publikationen in international führenden Fachzeitschriften sowie eine verbesserte wissenschaftliche Vernetzung und großes Engagement in der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses gegeben, so die positive Bewertung des Wissenschaftsrates.

Er nannte die Forschung zur Pharmakogenomik als ein sehr gutes Beispiel. Dabei wird untersucht, wie und warum Arzneimittel auf jeden Menschen unterschiedlich wirken. Der Rat lobte unter anderem die teilweise federführende Beteiligung der Abteilung an deutschen und europäischen Verbundforschungsprojekten. Auch das Vorhaben, diesen Bereich in die sogenannte Rheinland-Studie des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen einzubinden, wird nachdrücklich unterstützt. Dabei handelt es sich um eine auf Jahrzehnte angelegte Gesundheitsstudie mit dem Ziel, das Verständnis von Gesundheit und Krankheit im Laufe des menschlichen Lebens zu verbessern.

Eine weitere Empfehlung des Wissenschaftsrates ist der Ausbau der beiden Schwerpunkte Pharmakoepidemiologie und Klinische Implantatsicherheit. Die Daten zur Meldung von Medizinprodukterisiken und Verdachtsmeldungen zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen seien ein nationales Alleinstellungsmerkmal gegenüber universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, so das Gremium. Die Daten aus Meldungen von Medizinprodukterisiken sollten künftig besser zugänglich gemacht und publiziert werden, damit auch Dritte eine Auswertung vornehmen können.
Prof. Dr. Karl Broich, Präsident des BfArM, begrüßt das Gutachten als gute Grundlage für die weitere Ausrichtung des BfArM: “Unser Ziel ist es, unsere Forschungstätigkeit auch im Rahmen unserer regulatorischen Arbeit bestmöglich im Sinne der Patientensicherheit nutzbar zu machen. Das Gutachten des Wissenschaftsrates bietet uns dafür in vielen Fragestellungen wichtige Entscheidungshilfen und kann uns bei weiteren Weichenstellungen wertvolle Unterstützung bieten. Ich freue mich, diese Entwicklung zusammen mit Prof. Dr. Stingl als Vizepräsidentin weiter voranzutreiben.“

Der Wissenschaftsrat
Der durch ein Bund-Länder-Verwaltungsabkommen gegründete Wissenschaftsrat hat die Aufgabe, Empfehlungen zur inhaltlichen und strukturellen Entwicklung von Hochschulen, der Wissenschaft und der Forschung zu erarbeiten und Bund und Länder in diesen Fragen zu beraten. Hinzu kommen die Begutachtung von Forschungseinrichtungen und die Entscheidung über die Akkreditierung von Neugründungen privater Hochschulen. Wissenschaftler und Repräsentanten des öffentlichen Lebens wirken im Wissenschaftsrat gleichberechtigt mit Vertretern von Bund und Ländern zusammen.

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