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Studie zur Ursachenanalyse unerwünschter Arzneimittelwirkungen (ADRED) gestartet

Die Abteilung Forschung im BfArM hat im September die Studie „ADRED“ gestartet. In dieser Studie werden unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) untersucht, die zu Krankenhausnotfallbehandlungen geführt haben. ADRED steht für: „Adverse Drug Reactions in Emergency Departments“.

Über jeweils ein Jahr lang werden dazu an den zentralen Notaufnahmen der Universitätskliniken Bonn, Fürth und Ulm sämtliche Notfalleinweisungen von Patientinnen und Patienten auf Grund schwerer unerwünschter Arzneimittelwirkungen auf ihre genauen Ursachen hin geprüft. Im Sinne einer Querschnittserhebung gehen die Forscherinnen und Forscher am BfArM davon aus, im Zusammenhang mit dieser Studie etwa 9000 UAW-Fälle erfassen zu können. Jeder Fall wird bis zum Ende des Klinikaufenthaltes nachverfolgt und analysiert.
Die ADRED Studie soll genauere Daten zur Häufigkeit und zu den unterschiedlichen Ursachen von UAW liefern. Wesentliches Ziel der Studie ist es, den Anteil potentiell vermeidbarer Medikationsfehler und der Ursachen zu erheben. Die Fehlerarten werden klassifiziert und ihre Häufigkeiten auf Ebene der Medikationsprozesskette bestimmt. Damit wollen die Forscherinnen und Forscher am BfArM neue Erkenntnisse über das Ausmaß und die Gründe von Medikationsfehlern gewinnen, um verbesserte Strategien zu deren Vermeidung entwickeln zu können.

Ein zweiter Schwerpunkt der Studie ist die Erfassung und Bewertung patientenabhängiger Risikofaktoren von UAW. Dies sind zum Beispiel Alter und Begleiterkrankungen, Einnahme vieler Medikamente gleichzeitig sowie Pharmakogenetik. Die Kosten vermeidbarer Medikationsfehler und nicht vermeidbarer UAW werden durch pharmakoökonomische Analysen berechnet, um das wirtschaftliche Ausmaß der Problematik abzubilden.
Das Projekt wird vom Bundesministerium für Gesundheit finanziell unterstützt. Es findet in enger Kooperation mit der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft statt, die zeitgleich ein Projekt zur zentralen Erfassung und Bewertung von Medikationsfehlern durchführt. Hierbei kommen auch Daten aus dem Spontanmeldesystem zum Einsatz, also Verdachtsmeldungen, die u.a. Ärzte und Patienten an das BfArM melden. Beide Projekte sind Teil des Aktionsplans 2013-2015 des Bundesministeriums für Gesundheit zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit in Deutschland.

Ziel des BfArM ist es, mithilfe der Ergebnisse der ADRED-Studie einen Beitrag zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit zu leisten.

Weitere Informationen zur Forschung im BfArM finden Sie auf unserer Homepage: Forschung

Stand 01.10.2015