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BfArM engagiert sich für bessere globale Gesundheitsversorgung: Mitarbeiter afrikanischer Arzneimittelbehörden werden in Bonn und Bremen darin geschult, Arzneimittelfälschungen zu erkennen

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat jetzt erstmals Laboranten aus afrikanischen Arzneimittelbehörden im Bereich der Arzneistoffanalytik geschult. Das Projekt ist Teil des Global Health Programms des Bundesgesundheitsministeriums (BMG). Deutschland hatte sich 2015 zusammen mit den anderen Teilnehmern des G7-Gipfels dafür ausgesprochen, Partnerländer beispielsweise beim Aufbau belastbarer Gesundheitssysteme zu unterstützen. So wird in dem Projekt unter anderem Wissen im Zusammenhang mit der Beurteilung der pharmazeutischen Qualität von Arzneimitteln weitergegeben. Darüber hinaus werden auch die Qualitätssicherung und Akkreditierung von staatlichen Laboren für Arzneimittelkontrolle geschult. Das BfArM arbeitet in dem Projekt mit dem größten deutschen Überwachungslabor der Länder zusammen, dem Institut für pharmazeutische und angewandte Analytik in Bremen (InphA).

Die Qualität von Arzneimitteln ist in vielen der afrikanischen Partnerländer kritisch zu bewerten. Zu den häufigsten Gefahrenquellen zählen dort zum Beispiel falsche Angaben zu Wirkstoffgehalten oder unzulässig hohe Mengen an Verunreinigungen. Die mangelhafte pharmazeutische Qualität insbesondere von Arzneimitteln zur Behandlung von Infektionskrankheiten wie Malaria kann darüber hinaus lebensbedrohliche Resistenzen verursachen.

Das BfArM engagiert sich daher dafür, die Arzneimittelsicherheit in diesen Ländern gezielt zu verbessern. So lernen die Trainees während des Austauschs in Bonn, wie sie die vielfältigen Daten verschiedener Analysen noch genauer auswerten können, um so die pharmazeutische Qualität eines Arzneimittels zu erkennen. Das neu vermittelte Wissen können sie dann in ihren Heimatländern anwenden und weitergeben. Auf diese Weise lässt sich die Versorgung der dortigen Bevölkerung mit qualitativ hochwertigen Arzneimitteln ganz konkret verbessern.

Ein anderer Projektteil zielt darauf ab, wie durch einen personalisierten Einsatz von Antibiotika Resistenzen vermindert werden können. Hierzu werden in Simbabwe, Sambia und Malawi in Zusammenarbeit mit den dortigen Universitäten Doktoranden in der Medizin darin ausgebildet, den Einsatz von Antibiotika und Antiinfektiva in großen Krankenhäusern mit Schwerpunkt Infektionskrankheiten zu dokumentieren und besser an die Bedürfnisse der Patienten anzupassen. Hierbei kommen vor Ort auch Methoden der Blutspiegelkontrolle (therapeutisches Drug Monitoring) und der Pharmakogenetik zum Einsatz.

An dem Global-Health-Programm des BMG beteiligen sich neben dem BfArM das Robert Koch-Institut, das Paul-Ehrlich-Institut und das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Das Programm wird mit insgesamt 4 Millionen Euro gefördert und bis 2020 weitergeführt. Bis dahin sind vierteljährlich neue Laboranten und Laborantinnen aus den afrikanischen Partnerländern im BfArM zu Gast.

Prof. Dr. Julia Stingl, Vizepräsidentin des BfArM: „Mit diesem Projekt helfen wir den afrikanischen Kolleginnen und Kollegen beim Aufbau international benötigter Fähigkeiten und leisten einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der globalen Gesundheitsversorgung. Indem die Entstehung lebensbedrohlicher Resistenzen bekämpft wird, trägt das Projekt nicht zuletzt auch zum Schutz der Patientinnen und Patienten in Deutschland bei.“