Navigation und Service

Sie befinden sich im Bereich:Risikobewertungsverfahren

Xofigo®: Anwendungseinschränkungen bei der Behandlung von Prostatakrebs

Datum 16.07.2018
Wirkstoff Radium-223-dichlorid

16.07.2018 - Empfehlung des PRAC

Anwendung des Arzneimittels nur nach zwei vorausgegangenen Behandlungen oder wenn andere Behandlungsoptionen nicht in Frage kommen.

Der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) der EMA hat empfohlen, die Anwendung des Krebsarzneimittels Xofigo® (Radium-223-dichlorid) auf Patienten zu beschränken, die zuvor bereits zwei andere Therapien gegen metastasierten Prostatakrebs (Prostatakrebs, der sich auf den Knochen ausgebreitet hat) erhalten haben oder für die andere Behandlungsoptionen nicht in Frage kommen.

Diese Einschränkungen basieren auf einer Überprüfung von Daten aus einer Studie, die nahelegt, dass Patienten, denen Xofigo® verabreicht wird, ein erhöhtes Risiko für frühere Sterblichkeit und für Knochenbrüche hatten als die Vergleichsgruppe mit Patienten, die Placebo (eine Scheinbehandlung) erhielten. Im Gegensatz zur zugelassenen Indikation, welche die Anwendung von Xofigo® nur bei Patienten mit Symptomen erlaubt, schloss diese Studie sowohl Patienten ohne Symptome als auch mit leichten Symptomen ein. In dieser Studie verstarben Patienten, die mit Xofigo®, Zytiga® (Abirateronacetat) und Prednison/Prednisolon behandelt wurden, durchschnittlich 2,6 Monate früher als Patienten, die Placebo in Kombination mit Zytiga® und Prednison/Prednisolon erhielten. Darüber hinaus traten bei 29% der Patienten, die mit der Xofigo®-Kombination behandelt wurden, Knochenbrüche auf, verglichen mit 11% der Patienten, die die Placebo-Kombination erhielten.

Es wird angenommen, dass Xofigo®, welches vom Knochen aufgenommen wird, sich verstärkt an Stellen ansammelt, an denen der Knochen bereits vorgeschädigt ist (z.B. durch Osteoporose oder Mikrofrakturen), und dadurch das Risiko einer Knochenfraktur erhöht. Die Gründe für die mögliche frühere Sterblichkeit in dieser Studie sind noch nicht vollständig geklärt.

Der PRAC bestätigte ebenfalls seine zuvor abgegebene vorläufige Empfehlung, dass das Arzneimittel Xofigo® nicht in Kombination mit Zytiga® und Prednison/Prednisolon verwendet werden darf.

Xofigo® sollte nicht mit anderen systemisch angewandten Krebstherapien eingesetzt werden, ausgenommen sind Behandlungen zur Erhaltung eines reduzierten männlichen Hormonspiegels (Hormontherapie). Das Arzneimittel sollte in Übereinstimmung mit der aktuellen Indikation auch nicht bei Patienten ohne Symptome und nicht bei Patienten mit einer geringen Anzahl von (osteoblastischen) Knochenmetastasen zum Einsatz kommen.

Patienten sollten vor, während und nach der Behandlung sorgfältig hinsichtlich ihres Risikos für Knochenbrüche untersucht werden. Vorbeugende Maßnahmen, wie die Verwendung von Arzneimitteln aus der Gruppe der Bisphosphonate oder Denosumab, welche die Knochenfestigkeit erhöhen, sollten vor Beginn oder Wiederaufnahme der Therapie mit Xofigo® in Betracht gezogen werden.

Das pharmazeutische Unternehmen, welches Xofigo® vermarktet, wurde verpflichtet, weitere Studien durchzuführen. In diesen Studien sollen insbesondere die Mechanismen weiter untersucht werden, die für das mögliche erhöhte Risiko früherer Sterblichkeit und von Knochenbrüchen verantwortlich sind. Weiterhin sollen in diesen Studien der Nutzen und die Risiken von Xofigo® in der eingeschränkten Indikation näher charakterisiert werden.

Die PRAC-Empfehlung wird jetzt dem Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) zur Stellungnahme übermittelt. Anschließend wird die Europäische Kommission eine rechtlich bindende Entscheidung für alle EU-Mitgliedstaaten treffen.

Mehr über das Arzneimittel:

Xofigo® wird derzeit zur Behandlung erwachsener Männer mit Prostatakrebs (Krebs der Vorsteherdrüse) angewendet. Es ist zugelassen, wenn eine medizinische oder chirurgische Kastration (Beenden der Bildung männlicher Hormone im Körper mit Hilfe von Arzneimitteln oder chirurgischen Eingriffen) nicht funktioniert und wenn der Krebs sich auf die Knochen ausgebreitet hat und Symptome wie Schmerzen verursacht, aber nicht bekannt ist, dass er sich in anderen inneren Organen ausgebreitet hat.
Xofigo® wurde im November 2013 in der Europäischen Union zugelassen.

Mehr zum Verfahren:

Die Überprüfung von Xofigo® wurde am 1. Dezember 2017 auf Antrag der Europäischen Kommission gemäß Artikel 20 der Verordnung (EG) Nr. 726/2004 eingeleitet.

Die Bewertung wurde vom Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) durchgeführt, der für die Bewertung von Sicherheitsfragen bei Humanarzneimitteln zuständig ist und eine Reihe von Empfehlungen ausgesprochen hat.

Der PRAC hatte im März 2018 als vorläufige Maßnahme eine Kontraindikation für die Verwendung von Xofigo mit Zytiga® und Prednison/Prednisolon bis zum Abschluss der Überprüfung empfohlen.

Die Empfehlungen des PRAC werden nun an den zuständigen Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) übermittelt, welcher die Stellungnahme der EMA abgeben wird. Im abschließenden Schritt der Überprüfung wird die Europäische Kommission eine für alle EU-Mitgliedsstaaten rechtsverbindliche Entscheidung verabschieden.

09. März 2018 - Empfehlung des PRAC

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat eine Kontraindikation für die Verwendung des Prostatakrebsarzneimittels Xofigo® (Radium-223-dichlorid) in Kombination mit Zytiga® (Abirateronacetat) und Prednison/Prednisolon aufgrund eines erhöhten Risikos für Todesfälle und Knochenbrüche empfohlen.

Der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) hat die vorläufigen Daten einer laufenden klinischen Studie bei Patienten mit metastasiertem Prostatakrebs überprüft. In dieser Studie sind 34,7% der Patienten, die mit Xofigo®, Zytiga® und Prednison/Prednisolon behandelt wurden, bisher gestorben, verglichen mit 28,2% der Patienten, die Placebo, Zytiga® und Prednison/Prednisolon erhielten.

Knochenbrüche traten mit der Xofigo®-Kombination häufiger auf, als mit der Placebo-Kombination (26% versus 8,1%).

Angesichts der Schwere der gemeldeten Fälle hat der PRAC zum Schutz der Patienten vorläufige Maßnahmen empfohlen während die eingehende Überprüfung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses von Xofigo® weiterhin fortgeführt wird. Als Teil dieser vorläufigen Maßnahmen hat der PRAC eine Kontraindikation für die Anwendung von Xofigo® eingeführt.

Xofigo® ist derzeit zur Anwendung bei Männern zugelassen, deren Prostatakrebs sich auf die Knochen ausgebreitet hat und Symptome verursacht. Die laufende klinische Studie umfasst Patienten mit metastasierendem Prostatakrebs, die zuvor keine Chemotherapie erhalten haben und keine oder nur leichte Symptome wie Schmerzen aufweisen. Die Patienten haben den Xofigo®-Teil der Studie abgeschlossen und die Kombination wird nicht mehr verwendet. Alle beteiligten Patienten werden genau überwacht.

Angehörige der Gesundheitsberufe in der EU dürfen keine Kombination von Xofigo® mit dem Antiandrogen Zytiga® und Prednison/Prednisolon anwenden und sollten diese Kombination bei Männern, die derzeit damit behandelt werden, abbrechen und die Behandlung dieser Patienten überprüfen. Angehörige der Gesundheitsberufe werden außerdem darauf hingewiesen, dass die Sicherheit und Wirksamkeit von Xofigo® in Kombination mit der Klasse von Arzneimitteln, die als Androgenrezeptor-Antagonisten der zweiten Generation bezeichnet werden, wie Xtandi® (Enzalutamid), nicht erwiesen ist.

Die Empfehlungen werden an die Europäische Kommission zur sofortigen rechtsverbindlichen Entscheidung übermittelt.

Dies sind vorübergehende Maßnahmen bis die eingehende Prüfung der Vorteile und Risiken von Xofigo® abgeschlossen ist. Die EMA wird zum Abschluss der Überprüfung weiter informieren.

Informationen für Patienten

  • Ärzte werden darauf hingewiesen, dass das Arzneimittel gegen Prostatakrebs Xofigo® nicht mit dem Prostatakrebsarzneimittel Zytiga® und Prednison/Prednisolon verwendet werden darf, da es Hinweise gibt, dass die Kombination für die Patienten aufgrund des erhöhten Fraktur- und Sterblichkeitsrisikos schädlich sein könnte.
  • Wenn Sie derzeit mit dieser Kombination behandelt werden, wird Ihr Arzt/ Ihre Ärztin Ihre Behandlung ändern.
  • Xofigo® und Zytiga® können gemäß den Empfehlungen in ihren Produktinformationen weiterhin verwendet werden.
  • Wenn Sie mit Xofigo® behandelt werden und Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ärztin.

Informationen für Ärztinnen und Ärzte

  • Xofigo® darf nicht mit dem Antiandrogen Zytiga® (Abirateronacetat) und Prednison/Prednisolon angewendet werden, da möglicherweise ein erhöhtes Risiko für Frakturen und Mortalität besteht.
  • Die Sicherheit und Wirksamkeit von Xofigo®, in Kombination mit Androgenrezeptor-Antagonisten der zweiten Generation wie Xtandi® (Enzalutamid), wurde nicht nachgewiesen.
  • Xofigo® und Zytiga® können gemäß den Empfehlungen in ihren Produktinformationen weiterhin verwendet werden.
  • Weitere Informationen werden zur Verfügung gestellt, sobald eine laufende Überprüfung der Hinweise abgeschlossen ist.

04. Dezember 2017 - Start des Verfahrens

Der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) untersucht ein erhöhtes Risiko von Todesfällen und Knochenbrüchen, über das in einer laufenden klinischen Studie mit dem Prostatakrebsmittel Xofigo® (Radium-223-dichlorid) berichtet wurde.

Die klinische Studie vergleicht Xofigo® mit einem Placebo (einer Scheinbehandlung), die beide in Kombination mit Zytiga® (Abirateronacetat) und Prednison/Prednisolon angewendet werden. Sie umfasst Prostatakrebspatienten ohne Symptome oder mit nur milden Symptomen wie Schmerzen. Xofigo® ist aktuell zur Anwendung bei Patienten zugelassen, deren Prostatakrebs sich in die Knochen ausgebreitet hat und Symptome verursacht.

Eine vorläufige Analyse eines unabhängigen Komitees zur Überwachung der Studie ergab eine Todesrate von 27% (109 von 401 Patienten) für die Xofigo-Kombination im Vergleich zu 20% (82 von 405 Patienten) für die Placebo-Kombination. Auch Frakturen traten bei der Xofigo-Kombination häufiger auf als bei der Placebo-Kombination (24% im Vergleich zu 7%).

Patienten der genannten Studie werden aktuell nicht mehr mit Xofigo® behandelt und engmaschig überwacht.

Der PRAC wird die Gesamtergebnisse der Studie wie auch andere verfügbare Daten bewerten, um die Bedeutung für die zugelassene Anwendung von Xofigo® zu ermitteln.

Solange die Auswertung andauert, sollte Xofigo® von ärztlichem Personal nicht in Kombination mit Zytiga® und Prednison/Prednisolon zur Behandlung von Patienten mit metastasierendem kastrationsresistentem Prostatakrebs angewendet werden.

Patienten, die aktuell mit Xofigo® behandelt werden und Fragen zu ihrer Behandlung haben, sollten mit ihrem Arzt/ihrer Ärztin sprechen.

Mehr über das Arzneimittel:

Xofigo wird verwendet, um erwachsene Männer mit Prostatakrebs (einer Drüse des männlichen Fortpflanzungssystems) zu behandeln. Es ist zugelassen, wenn eine medizinische oder chirurgische Kastration (Beenden der Bildung männlicher Hormone im Körper mit Arzneimitteln oder chirurgischen Eingriffen) nicht funktioniert und wenn der Krebs sich auf die Knochen ausgebreitet hat und Symptome wie Schmerzen verursacht, aber nicht bekannt ist, dass er sich in anderen inneren Organe ausgebreitet hat.

Die laufende Studie von Xofigo in Kombination mit Zytiga und Prednison / Prednisolon umfasste Patienten mit kastrationsresistentem Prostatakrebs, die sich hauptsächlich auf die Knochen ausgebreitet hat, die keine oder nur leichte Symptome aufweisen und die nicht mit einer Chemotherapie behandelt wurden.

Xofigo wurde im November 2013 in der Europäischen Union zugelassen. Weitere Informationen sind hier verfügbar:

Xofigo - radium Ra223 dichloride

Mehr zum Verfahren:

Die Überprüfung von Xofigo wurde auf Antrag der Europäischen Kommission gemäß Artikel 20 der Verordnung (EG) Nr. 726/2004 eingeleitet.

Die Bewertung wird vom Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) durchgeführt, der für die Bewertung von Sicherheitsfragen bei Humanarzneimitteln zuständig ist und eine Reihe von Empfehlungen aussprechen wird.

Während der Überprüfung gab der PRAC vorläufige Empfehlungen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit ab. Dies wird an die Europäische Kommission weitergeleitet, die eine vorläufige rechtsverbindliche Entscheidung in allen EU-Mitgliedstaaten erlassen wird.

Nach Abschluss der PRAC-Überprüfung werden alle weiteren Empfehlungen an den Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) weitergeleitet, der für die Bewertung von Humanarzneimitteln zuständig ist und eine abschließende Stellungnahme abgeben wird.

Die letzte Phase des Überprüfungsverfahrens ist die Verabschiedung einer rechtsverbindlichen Entscheidung durch die Europäische Kommission in allen EU-Mitgliedstaaten.

Details zu dem Verfahren können unter folgendem Link bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) abgerufen werden:

Xofigo